Eine Reise, die begonnen hat im Kleinen.
Unerwartet begann ein Traum zu entstehen.
Zu wachsen, größer zu werden, wahr zu werden.
Eine willkürliche, fast zufällige Fügung.
Und ich habe sie erkannt.
Ich habe mich auf den Weg gemacht.
Mit meiner Entscheidung, mit meiner Bewerbung.
Mit meiner Überzeugung, mit meinem Willen und mit meinem Mut.
Der Traum wurde in meinem Kopf schnell Wirklichkeit.
Und schließlich durch die offizielle Zusage nicht mehr nur ein Traum.
Die Emotionen kamen nicht gleichzeitig mit der Zusage.
Sie formten sich nach und nach.
Mit jedem Schritt der Planung wurden sie konkreter, stärker, greifbarer.
Ich wollte in die Welt hinaus, schon lange.
Und die perfekte Gelegenheit dazu war jetzt.
Ich war schon mittendrin.
Noch bevor die Reise physisch begonnen hatte.
War ich bereits auf dem Weg.
In ein unbekanntes Abenteuer.
Fern von zuhause, vom Gewohnten, vom Alltag.
Die Planung zog mich in ihren Bann.
Ich bereitete mich vor.
Auf etwas mir surreal Erscheinendes.
Und doch war es gleich wie vor jeder Reise.
Denn jede Reise ist unbekannt.
Hält Überraschungen bereit, entsteht im Unterwegs sein, beginnt zuhause.
Die ersten Kilometer auf der Autobahn.
Reifen drehen sich so schnell, dass die Bewegung nicht mehr sichtbar ist.
In dieser Geschwindigkeit wird der Traum wahr.
Spürbar, erlebbar, verstehbar.
Der Koffer ist mit im Auto.
Euphorie, Spannung, Neugier, Staunen.
Respekt, Freude, Aufbruchstimmung, Unvoreingenommenheit.
Abschied nehmen von der letzten vertrauten Person.
Gute Gedanken, die mir mitgegeben werden.
Vertrauen, Unterstützung, Ermutigung, Antrieb.
Noch ein Caffè vor dem Abflug.
Sprachen, Situationen, Umgebungen, die bekannt sind.
Die Schritte in die Kabine sind weitere Schritte in das Abenteuer.
Platznehmen, Sicherheitsgurt anziehen und dann sitzen.
Die Welt unter mir.
Sie zieht vorbei.
Dörfer, Städte, Regionen, Länder, Kontinente.
Zeitzonen.
Die Umgebung wird fremd.
Unbekannt, geheimnisvoll, neu, anders.
Spürbar, erlebbar, verstehbar.
Der Nachthimmel erhellt.
Lichter werden größer.
Formen eine Stadt.
Einen Sternenhimmel in allen Farben.
Gebäude, Straßen, Autos.
Eine neue Welt.
Nichts ist bekannt.
Fern von zuhause, vom Gewohnten, vom Alltag.
Der Umstieg in Shanghai.
Vom Assistenzdienst abgestellt.
In die Warteschleife.
Zunächst mit anderen Passagieren.
Einer spricht mich an.
Spricht mich auf Deutsch an.
Ich verstehe zunächst nicht.
Dann antworte ich.
Ein Stuhl.
Kein Mensch mehr.
Sechs Stunden.
Zäh.
Scheinen kaum zu vergehen.
Kaugummi, der sich zieht.
Nicht reißt.
Sich zieht.
Und schließlich doch unsanft bricht.
Es geht weiter.
Ich werde kontrolliert.
Akribisch durchsucht.
Geprüft.
Ich halte stand.
Es geht weiter.
Der nächste Flug.
Müdigkeit füllt mich aus.
Aufregung ihr Gegenspieler.
Der Schlaf dominiert.
Und schon lande ich in Tokio.
Begrüßt.
Die offizielle Einreise.
Abgestempelt.
Registriert.
Und durch den Zoll.
Der Koffer ist wieder bei mir.
Euphorie, Spannung, Neugier, Staunen.
Viele neue Sprachen.
Stimmen und Gesichter.
Die Fahrt ins Hotel.
Fahren auf der linken Straßenseite.
Die Anreise ist vorbei.
Jetzt bin ich angekommen.
Ein paar nette Gespräche.
Eine kleine Stärkung.
Müdigkeit füllt mich aus.
Aufregung ihr Gegenspieler.
Der Schlaf dominiert.
Und schon erwache ich am zweiten Tag in Tokio.
Die Sonne scheint.
Ich verstehe nicht.
Die Zeitumstellung fordert mich.
Doch dafür bleibt keine Zeit.
Sprachen, Situationen, Umgebungen, die unbekannt sind.
Einzelpersonen beginnen, eine Gruppe zu werden.
Spürbar, erlebbar, verstehbar.
Was wir von nun an erleben, erleben wir gemeinsam.
Alle auf ihre besondere Weise.
Doch die Begebenheiten sind für alle dieselben.
Wir gestalten das, was wir erleben.
Alle auf ihre besondere Weise.
Wir hören einander zu.
Machen uns verständlich.
Treffen gemeinsam Entscheidungen.
Teilen gemeinsame Ideen.
Ziehen an einem Strang.
Wir sind sehr unterschiedlich.
Und doch verbindet uns mehr, als sichtbar ist.
Uns treibt etwas an.
Der Wille, uns stark zu machen.
Etwas zu erreichen.
Etwas zu bewirken.
Gemeinsam.
Und doch jeder für sich.
Nach zwei Tagen brechen wir auf.
Lassen den ersten Teil des Camps hinter uns.
Lassen bereits einige Bekanntschaften zurück.
Fahren in Richtung Innenstadt.
In das Herz dieser Metropole.
Beziehen unsere neue Unterkunft.
Die Fahrt ähnelt einem Fiebertraum.
Wir sollten uns ausruhen, aber ich kann nicht.
Gebäude, Straßen, Autos.
Eine neue Welt.
Und wieder Lichter in allen Farben.
Höhe, Weite, Größe, Breite.
Die Gruppe beginnt, eine Familie zu werden.
Wir lernen voneinander.
Bestärken einander.
Kritisieren einander.
Coachen einander.
Alle auf ihre besondere Weise.
Wir sind sehr unterschiedlich.
Und doch haben wir viel gemeinsam.
Tokio ist schön.
Ästhetisch.
Alles greift ineinander.
Fügt sich makellos zusammen.
Und doch wirkt alles willkürlich.
Nichts gewollt.
Nichts erzwungen.
Nichts künstlich.
Es herrscht Ordnung.
Menschen verhalten sich respektvoll.
Sind hilfsbereit.
Und doch angenehm distanziert.
Sprechen angenehm wenig.
Nicht zu laut.
Sie denken nach.
Schweigen.
Und sagen nur manchmal etwas.
Dann, wenn es auch wirklich etwas zu sagen gibt.
Wir geben uns den Raum, um wir selbst zu sein.
Uns zu entfalten.
Zu fühlen.
Uns zu freuen.
Ehrlich zu sein mit uns selbst.
Unsere Gefühle auszudrücken.
Innovation.
Träume verwirklichen.
Daran glauben, daran arbeiten, daran zweifeln.
Fortschritt entsteht im fortlaufenden Schritt.
Nicht im Lauf, nicht im Sprint und nicht im Stand.
Neu ist ein relativer Begriff.
Kann uns davor abschrecken, etwas zu tun.
Aber uns auch dazu befeuern.
Die eigene Überzeugung ist das Wichtigste.
Daraus kann etwas neues Wachsen.
Wir müssen wissen, warum wir etwas tun.
Dann können wir es verwirklichen.
Die Blindheit ist eine Behinderung.
Sie hindert uns daran, bestimmte Dinge tun zu können.
Sie ohne Hilfe tun zu können.
Gleichzeitig beflügelt sie uns, bestimmte Dinge zu tun.
Tun zu können.
Tun zu wollen.
Tun zu müssen.
Sie ohne Hilfe tun zu können.
Dadurch helfen zu können.
Positiv beitragen zu können.
Möglichkeiten zu schaffen.
Sie nutzbar zu machen.
Für uns selbst.
Für andere.
Für alle.
Herausforderungen ergeben sich aus Forderungen.
In meinem Fall meist an mich selbst.
Von mir selbst.
Aber das ist nicht immer so.
Forderungen können auch von anderen an uns gestellt werden.
So war es auch im Camp.
Es war nicht immer einfach.
Der rote Faden ging verloren.
Der Weg wurde holprig.
War nicht mehr zu sehen.
Reizüberflutung.
Zu viele Bäume versperren die Sicht auf den Wald.
Panik.
Zeitdruck.
Angst vor dem Scheitern.
Und dann Stille.
Ein Moment für mich.
Und dann liegt plötzlich alles vor mir.
Wir tragen so vieles bereits in uns.
Müssen es nur erkennen, freisetzen, nutzen.
Und ruhig bleiben.
Reis zu jeder Mahlzeit.
Fisch und Fleisch.
Miso Suppe aus dem Automaten.
Gelee, Mochi, Tee, Matcha.
Weißkohl zum Frühstück.
Pizza in Japan.
Ein unbekanntes Abenteuer.
Fern von zuhause, vom Gewohnten, vom Alltag.
Der Tag der Abschlusspräsentationen.
Die Fahrt mit der Metro.
Disziplin, Gelassenheit, Ruhe.
Der Spaziergang durch das Regierungsviertel.
Kein Straßenlärm, keine hupenden Autos, keine herumschreienden Menschen.
Nur hohe Gebäude, Futurismus, Moderne, Innovation.
Dutzende WLAN-Netzwerke und Bluetooth-Signale.
Die Präsentationen.
Warten bis zum Schluss.
Druck, Stress, Aufregung.
Spaß, Energie, Motivation.
Wir haben es geschafft.
Gemeinsam geschafft.
Der letzte gemeinsame Abend.
Bewusstsein, Gemeinschaft, Hysterie.
Bauchschmerzen vor Lachen.
Schneller als gedacht ist die gemeinsame Zeit vorbei.
Wir ziehen Resümee über das gemeinsam Erlebte, Erarbeitete, Erreichte.
Der Moment kommt nie mehr zurück.
Wir sind verdammt emotional, kämpfen mit den Tränen.
Die Emotionen und Erinnerungen können wir jederzeit aufrufen.
Das tröstet, beruhigt, beflügelt.
Nehmen Abschied voneinander.
Nicht alle auf einmal.
Nach und nach werden wir weniger.
Trennen sich unsere Wege.
Doch bleiben wir verbunden.
Im gemeinsam Erlebten, Erarbeiteten, Erreichten.
Und das tröstet, beruhigt, beflügelt.
Die Familie, die aus einer Gruppe entstanden war, löst sich nicht auf.
Doch trotzdem treten wir wiederum als Einzelpersonen unseren Heimweg an.
Alle in ihr Land, in ihre Realität, in ihren Alltag.
Noch zu dritt von Tokio nach Shanghai.
Schließlich Abschied nehmen von den letzten vertraut gewordenen Personen.
Vom Assistenzdienst abgestellt.
Wieder in die Warteschleife.
Der Stuhl.
Kein Mensch.
Sechs Stunden.
Zeit für erste Reflexionen.
Vergehen im Nu.
Kein Kaugummi mehr, der sich zieht.
Und schon geht es weiter.
Wieder werde ich kontrolliert.
Akribisch durchsucht.
Geprüft.
Dieses Mal von fünf Personen.
Ich halte stand.
Es ist inzwischen 01:00 nachts.
Es geht weiter.
Der nächste Flug.
Müdigkeit füllt mich aus.
Aufregung nicht mehr ihr Gegenspieler.
Der Schlaf dominiert und die Vorfreude auf zuhause.
Lediglich einige Erinnerungen gestalten meine Wachphasen.
Und schon lande ich in Mailand und fahre mit dem Zug nach Bozen.
Die letzten Kilometer auf der Schiene.
Reifen drehen sich so schnell, dass die Bewegung nicht mehr sichtbar ist.
In dieser Geschwindigkeit wird der Traum realisiert.
Gespürt, erlebt, verstanden.
Der Koffer steht neben mir.
Er ist geschlossen.
Und doch voller als zuvor.
Eindrücke, Fortschritte, Erlebnisse.
Verbindungen, Freundschaften, Emotionen.
Der Zug hält.
Ich steige aus.
Nicht am Ende.
Sondern für den nächsten Abschnitt.
Die erste vertraute Person in den Arm nehmen.
Ich fühle mich geborgen, komme an.
Vertrauen, Unterstützung, Ermutigung, Antrieb.
Ein erster Caffè zuhause.
Sprachen, Situationen, Umgebungen, die bekannt sind.
Nun ist sie vorbei.
Die Reise, die begonnen hatte im Kleinen.
Unerwartet war ein Traum entstanden.
Gewachsen, größer geworden, wahr geworden.
Eine willkürliche, fast zufällige Fügung.
Und ich habe sie gelebt.
Habe mich auf den Weg gemacht.
Mit meiner Entscheidung, mit meiner Bewerbung.
Mit Überzeugung, Willen und Mut.
Der Traum wurde in meinem Kopf schnell Wirklichkeit.
Und der Weg endet nicht hier.
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