Manche Momente fühlen sich so unwirklich an, dass man sich fragt, ob sie wirklich passiert sind. So ein Moment war die Auszeichnung als **MVP beim STBV World Masters 2026 im Torball**.
Ich kann meine Gefühle dazu kaum in Worte fassen. Wenn es ein Traum ist, dann bitte weckt mich nicht.
Dabei begann alles vollkommen unerwartet. Im Jahr 2017 hielt ich zum ersten Mal einen Torball in der Hand. Wer mich kennt, weiß, dass Sport lange Zeit nicht selbstverständlich zu meinem Leben gehörte. Im Gegenteil: Während meiner Schulzeit gab es kaum einen Ort, an dem ich die Einschränkungen meiner Sehbehinderung stärker spürte als im Sportunterricht. Viele Aktivitäten schienen für andere gemacht zu sein, nicht für mich.
Meine Welt war die Musik. Hier konnte ich mich ausdrücken, mich verlieren und Verbindungen spüren. Die Musik war bis dahin der Ort, an dem ich mich zuhause fühlte. Niemals hätte ich gedacht, dass ich viele Jahre später ähnliche Erfahrungen auch im Sport machen würde.
Seit diesem ersten Kontakt mit Torball liegt ein langer Weg hinter mir, geprägt von Trainings, Turnieren, Meisterschaften, Erfolgen und Rückschlägen. Rückblickend bin ich für jede einzelne dieser Erfahrungen dankbar. Die Höhepunkte schenken Freude, die schwierigen Momente lassen wachsen. Beides gehört dazu. Beides macht den Weg besonders und trägt.
Vor allem aber ist Torball für mich weit mehr als Sport. Torball bedeutet Begegnungen. Freundschaften. Menschen, die man vielleicht nur wenige Male im Jahr sieht und bei denen sich jedes Wiedersehen trotzdem anfühlt, als wäre keine Zeit vergangen. Es sind diese besonderen Verbindungen, die den Sport für mich so wertvoll machen.
Eine ganz besondere Rolle spielen dabei mein Verein und mein Team. Wir stehen füreinander ein, tragen gemeinsam Niederlagen und feiern gemeinsam Erfolge. Wir geben nicht auf, wenn es schwierig wird, und wir motivieren uns gegenseitig, über uns hinauszuwachsen. Niemand geht diesen Weg allein.
Deshalb fühlt sich die MVP-Auszeichnung auch nicht wie eine persönliche Leistung an. Sie ist das Ergebnis vieler Menschen, die mich begleitet, unterstützt, gefordert und an mich geglaubt haben. Jeder Trainingstag, jedes Gespräch, jede Ermutigung und jede gemeinsame Erfahrung steckt ein Stück weit in dieser Auszeichnung.
Wenn ich mich heute MVP nennen darf, dann habe ich das nicht allein geschafft. Ich verdanke es allen Menschen, die Teil meines Weges sind und waren.
Und dafür bin ich unendlich dankbar.
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